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Was ein Mähroboter im Jahr wirklich kostet: mein Kassensturz nach der Saison

Von Thomas · Unterwegs im Süden

Beim Kauf redet jeder über den Anschaffungspreis. Über das, was danach kommt, redet kaum jemand – und genau das hat mich interessiert, als ich im Herbst zum ersten Mal alle Belege einer Saison auf den Küchentisch gelegt habe. Der Anlass war banal: Ein Bekannter, der über die Anschaffung nachdenkt, wollte wissen, ob so ein Gerät „im Unterhalt teuer" sei. Ich musste zugeben, dass ich es nicht wusste. Also habe ich nachgerechnet. Was dabei herauskam, hat mich in einem Punkt überrascht und in einem anderen bestätigt.

1. Der Strom: die kleinste Überraschung des Jahres

Fangen wir mit dem an, wovor die meisten Respekt haben, und was sich als vollkommen harmlos erweist. Ein Mähroboter für einen mittleren Hausgarten zieht während des Ladens in der Größenordnung von dreißig bis sechzig Watt. Er lädt nicht durchgehend, sondern in Zyklen, und in der Standby-Zeit dazwischen braucht er fast nichts.

Über eine Saison von etwa sieben Monaten lande ich bei einer Größenordnung von fünfzehn bis fünfundzwanzig Kilowattstunden. Bei den Strompreisen der letzten Jahre sind das grob sechs bis zehn Euro. Im Jahr. Zur Einordnung: Das ist ungefähr, was ein alter Kühlschrank in drei Wochen frisst. Ich habe die Zahl bewusst zweimal gerechnet, weil ich sie nicht glauben wollte – aber sie stimmt. Wer den Verbrauch genau wissen will, klemmt für eine Woche ein Zwischensteckermessgerät zwischen Steckdose und Ladestation und rechnet hoch; das kostet nichts und beendet jede Diskussion am Gartenzaun.

Der Vollständigkeit halber: Ein Benzinmäher, der dieselbe Fläche wöchentlich mäht, verbraucht über die Saison ein Vielfaches an Energiekosten, ganz zu schweigen vom Öl. Beim Strom gewinnt der Roboter haushoch. Nur ist Strom eben nicht der Posten, der zählt.

2. Die Klingen: der Posten, den alle unterschätzen

Hier liegt das Geld. Die kleinen Schneidmesser sind Verschleißteile im engsten Sinn – sie sollen stumpf werden, das ist ihr Job. Was sie kosten, hängt weniger vom Stückpreis ab als von der Frage, wie oft man sie tauscht.

Ich rechne bei mir mit einem Wechsel etwa alle sechs Wochen während der Wachstumszeit, also grob vier bis fünf Sätzen pro Saison. Je nach Gerät sind das drei bis sechs Klingen pro Satz plus Schrauben. Über das Jahr komme ich damit auf einen Betrag im niedrigen zweistelligen Bereich – deutlich mehr als der Strom, aber immer noch weniger, als die meisten schätzen.

Zwei Dinge treiben diesen Posten nach oben, und beide haben mit dem Untergrund zu tun. Erstens Sand: Wer Wege oder Beeteinfassungen aus Splitt hat, holt sich mit jeder Überfahrt feinen Abrieb auf die Klinge. Zweitens hartes, trockenes Gras. Eine Wiese, die im August drahtig und halb verholzt dasteht, kostet spürbar mehr Klingen als saftiges Maigras. Wer beides hat – Kies und Trockenheit –, sollte den Posten getrost verdoppeln.

3. Der Akku: der stille Großposten

Der Akku taucht in keiner Jahresrechnung auf und ist trotzdem der teuerste Verschleißteil überhaupt. Er hält typischerweise drei bis fünf Saisons, dann sinkt die Laufzeit pro Ladung merklich, und irgendwann schafft das Gerät seine Fläche nicht mehr an einem Tag.

Fair ist es, den Ersatz auf die Nutzungsjahre umzulegen. Ein Wechselakku kostet je nach Hersteller einen mittleren zweistelligen bis niedrigen dreistelligen Betrag; verteilt auf vier Jahre landet man bei einer Größenordnung, die dem Klingenposten ähnelt. Nicht dramatisch, aber es gehört in die Rechnung.

Was die Lebensdauer verkürzt, ist vor allem Hitze und die falsche Überwinterung. Eine Ladestation, die den ganzen Nachmittag in der prallen Sonne steht, ist Gift – ein Stück Beschattung, ein Vordach, notfalls ein einfacher Unterstand verlängert das Akkuleben mehr als jede Pflegemaßnahme. Und ein Gerät, das den Winter halb geladen an einem frostfreien, trockenen Ort verbringt, kommt im Frühjahr in besserem Zustand zurück als eines, das draußen stand. Wer ein Haus nur zeitweise bewohnt, sollte diesen Punkt besonders ernst nehmen, weil dort niemand spontan eingreift.

4. Kleinteile und das, was kaputtgeht

Der Rest verteilt sich auf viele kleine Posten, die einzeln nicht wehtun:

  • Ersatzschrauben: Werden mit den Klingen mitgeliefert oder kosten Centbeträge. Wichtig ist nur, sie tatsächlich mitzuwechseln – eine ausgeleierte Schraube ist die häufigste Ursache dafür, dass eine Klinge unterwegs verlorengeht.
  • Räder und Antriebsstollen: Bei viel Schräge und trockenem Boden nutzen sie sich ab. Das merkt man daran, dass das Gerät an Stellen durchdreht, an denen es früher hochkam.
  • Ladekontakte: Verschmutzen und oxidieren. Zweimal pro Saison mit einem trockenen Tuch abgerieben, halten sie problemlos jahrelang.
  • Die Haube: Der Posten, der am ehesten überraschend teuer wird. Ein Sturz vom Hang, ein Ast, ein Zusammenstoß mit einer Steinkante – Kunststoffhauben sind als Einzelteil erstaunlich kostspielig.

Dazu die unbezahlte Arbeit: Ich rechne pro Saison mit vielleicht zwei Stunden insgesamt für Reinigen, Klingenwechsel und Kontrolle. Verglichen mit dem wöchentlichen Mähen einer mittleren Fläche ist das lächerlich wenig – und es ist der eigentliche Gewinn.

5. Was ich in der Rechnung vergessen hatte

Zwei Posten sind mir erst beim Zusammenzählen aufgefallen.

Der erste ist die Bewässerung. Eine Fläche, die permanent kurz gehalten und gemulcht wird, verdunstet anders als eine, die alle zehn Tage geschnitten wird. Ob das unterm Strich mehr oder weniger Wasser bedeutet, kann ich nicht seriös sagen – ich habe keinen separaten Zähler dafür. Meine Beobachtung: Das feine Schnittgut zwischen den Halmen wirkt wie eine dünne Mulchschicht, und die Fläche kam mir in Trockenwochen widerstandsfähiger vor als früher. Aber das ist Eindruck, nicht Messung, und ich schreibe es entsprechend nicht als Ersparnis auf.

Der zweite ist der Dünger. Das gemulchte Schnittgut gibt einen Teil der Nährstoffe zurück, und ich habe im zweiten Jahr eine Düngergabe weggelassen, ohne dass die Fläche darunter gelitten hätte. Das ist eine kleine, aber echte Ersparnis, die man dem Gerät gutschreiben darf.

6. Die Summe – und was sie bedeutet

Zusammengerechnet lande ich für eine normale Hausgartenfläche bei einem laufenden Aufwand im niedrigen dreistelligen Bereich pro Jahr, wenn man den anteiligen Akku ehrlich einrechnet, und deutlich darunter, wenn man nur Strom und Klingen zählt. Das ist weniger als eine einzige Rechnung vom Gartenservice und ungefähr das, was ein Benzinmäher an Sprit, Öl und Inspektion verlangt.

Interessanter als die Summe finde ich aber ihre Verteilung. Der Posten, den alle fürchten – der Strom –, ist zu vernachlässigen. Der Posten, den kaum jemand einplant – die Klingen –, macht den laufenden Betrieb aus. Und der Posten, der wirklich zählt, taucht erst im vierten Jahr auf und heißt Akku.

Für jemanden, der ein Haus nur zeitweise bewohnt, ergibt sich daraus eine ziemlich klare Konsequenz: Bei den Klingen nicht sparen, sie liegen ohnehin im Bereich einer Restaurantrechnung pro Jahr. Beim Standort der Station dagegen sehr wohl nachdenken, denn Schatten kostet nichts und verlängert das Leben des teuersten Bauteils. Meine Ladestation steht seit dem zweiten Jahr unter dem Vordach an der Nordseite. Das war die billigste und wahrscheinlich wirksamste Maßnahme der ganzen Saison.

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